Referenten
Dirk Böttcher
(Genealogie-Software Ahnenblatt)
"Neuerungen der Genealogie-Software Ahnenblatt"
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Dr. Andreas Flick
(Präsident der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft e.V. und Leiter des Deutschen Hugenotten-Museums in Bad Karlshafen)
"Geschichte der Hugenotten, die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. und das Deutsche Hugenotten-Museum Bad Karlshafen"
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Hermann Hartenthaler
(Leiter der Geschäftsstelle des Vereins für Computergenealogie e.V.)
"30 Angebote im Genealogienetz (genealogy.net) - von Adressbuch bis Zenodo"
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Piotr Nojszewski
(Warschauer Genealogische Gesellschaft und Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher)
„Archive und genealogische Forschungen in Polen mit Schwerpunkt Schlesien“
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Dr. Andy Stauder
(READ-COOP SCE / Transkribus)
"Spezial- vs. Allzweck-KI für die Erschließung historischer Dokumente"
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Prof. Dr. Jürgen Udolph
(Niedersächsische Akademie der Wissenschaften, Göttingen)
"Schall und Rauch - was verraten Familiennamen wirklich?"
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Manfred Wegele
(Landesvorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde e.V. (BLF))
"Wie steigere ich die Attraktivität meines genealogischen Vereins?
Ziele, Strategien und Wege am Beispiel des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde e. V. (BLV)"
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Dr. Jochen Wilke
(Europäischer Patentanwalt i.R. und Heraldiker)
"Recht und Unrecht – Wappenrecht und Wappenschwindel"
Dirk Böttcher
Genealogie-Software Ahnenblatt
Vortrag
Neuerungen der Genealogie-Software Ahnenblatt
Abstract
Ahnenblatt ist nicht nur eine der beliebtesten Genealogie-Programme im deutschsprachigen Raum, sondern wird auch stetig weiterentwickelt.
In diesem Vortrag stellt der Entwickler Dirk Böttcher aktuelle Neuerungen, die speziell zum 25-jährigen Jubiläum von Ahnenblatt veröffentlicht wurden, vor.
Lassen Sie sich überraschen, was die neue Version von Ahnenblatt zu bieten hat und nutzen Sie die Gelegenheit Fragen zur Software zu stellen.
Kurzvorstellung
Dirk Böttcher ist der Entwickler von Ahnenblatt, einer Genealogie-Software für Windows, welche von ihm seit 2001 vertrieben wird.
Er ist Mitglied im Verein für Computergenealogie e.V., im Verein Pommerscher Greif e.V. und in der Ahnenforschergruppe Buxtehude.
Dirk Böttcher ist zudem seit Gründung (2009) Mitglied in der Arbeitsliste GEDCOM-L (https://wiki.genealogy.net/GEDCOM-L), in der deutschsprachige Entwickler von Genealogie-Programmen über den Datenaustausch mittels GEDCOM zwischen den Programmen diskutieren und gemeinsame GEDCOM-konforme Import- und Exportregeln beschließen. Daher liegt ihm auch besonders der verlustfreie Datenaustausch via GEDCOM am Herzen, der in Ahnenblatt als "optimierter GEDCOM-Import" umgesetzt ist.
Dr. Andreas Flick
Präsident der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft e.V. und Leiter des Deutschen Hugenotten-Museums in Bad Karlshafen
Vortrag
Geschichte der Hugenotten, die Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. und das Deutsche Hugenotten-Museum Bad Karlshafen
Abstract
Im Zentrum des Vortrags stehen die religiösen Konflikte zwischen Katholiken und Hugenotten in Frankreich sowie das wegweisende Edikt von Nantes. Dessen Aufhebung im Jahr 1685 durch König Ludwig XIV. löste eine massive Fluchtwelle französisch-reformierter Christen aus, deren Ansiedlung und erfolgreiche Integration in protestantischen deutschen Territorien ein besonderer Schwerpunkt des Vortrags ist.
Die 1890 gegründete Deutsche Hugenotten-Gesellschaft e.V. (DHG) widmet sich der Erforschung und Bewahrung dieses Erbes. Als Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart fördert sie die Genealogie und gibt Fachpublikationen wie die Zeitschrift ‚HUGENOTTEN‘ heraus. Das Herzstück der DHG ist das in einer ehemaligen Zigarrenfabrik beheimatete Deutsche Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen. Es bietet eine umfassende Dokumentation der Flucht- und Aufnahmegeschichte der Glaubensflüchtlinge; zudem beherbergt das angeschlossene Deutsche Hugenotten-Zentrum eine bedeutende Fachbibliothek sowie ein genealogisches Forschungszentrum.
Der Vortrag verdeutlicht, wie die hugenottische Geschichte durch das Engagement der Gesellschaft und des Museums lebendig bleibt und heute aktiv zur Förderung der Toleranz und zur deutsch-französischen Freundschaft beiträgt.
Kurzvorstellung
Dr. Andreas Flick wirkte fast vier Jahrzehnte als Pfarrer der von Hugenotten gegründeten Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Celle, bevor er Ende 2023 in den Ruhestand trat. Als Präsident der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft e.V. und Leiter des Deutschen Hugenotten-Museums in Bad Karlshafen bleibt er der Forschung eng verbunden. Er ist (Mit-)Herausgeber der Zeitschrift ‚HUGENOTTEN‘ sowie der ‚Geschichtsblätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft‘. Sein umfangreiches Werk umfasst zahlreiche Bücher und Aufsätze zur hugenottischen und Celler Geschichte. Seit 2005 prägt er zudem als Redaktionsleiter gemeinsam mit Sabine Maehnert die "Celler Chronik", das wissenschaftliche Standardwerk zur Regionalgeschichte.
Hermann Hartenthaler
Leiter der Geschäftsstelle des Vereins für Computergenealogie e.V.
Vortrag
30 Angebote im Genealogienetz (genealogy.net) - von Adressbuch bis Zenodo
Abstract
Das Genealogienetz des Vereins für Computergenealogie bietet eine große Vielfalt digitaler Angebote für Familienforschung und historische Recherche. In diesem Vortrag führt eine „Tour“ durch rund 30 Dienste, Datenbanken und Werkzeuge – von Adressbüchern über andere Forschungsdatenbanken wie GEDBAS und Ortsfamilienbücher bis hin zu modernen Plattformen zur Veröffentlichung und Archivierung genealogischer Daten wie Zenodo.
Der Überblick zeigt, welche Daten dort zu finden sind und wie Forschende sie sinnvoll kombinieren können. Gleichzeitig wird deutlich, wie stark diese Angebote von der Mitarbeit der Community leben – und wie jede und jeder zur Erweiterung des Genealogienetzes beitragen kann.
Kurzvorstellung
Hermann Hartenthaler ist Genealoge und engagiert sich seit vielen Jahren im Verein für Computergenealogie (CompGen). Sein Schwerpunkt liegt auf digitaler Genealogie, offenen genealogischen Daten und der Vernetzung genealogischer Forschungsressourcen im Internet. Er arbeitet intensiv mit der Genealogie-Software webtrees sowie mit kollaborativen Genealogieplattformen. Außerdem beschäftigt er sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz für genealogische Forschung, Datenanalyse und die Erschließung historischer Quellen.
Piotr Nojszewski
Warschauer Genealogische Gesellschaft und Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher
Vortrag
Archive und genealogische Forschungen in Polen mit Schwerpunkt Schlesien
Abstract
Wie in jedem Land hat die genealogische Forschung in Polen ihre eigenen Besonderheiten. Diese ergeben sich aus dem Rechtssystem, der Geschichte und der Tätigkeit genealogischer Gruppen. Besonders deutlich zeigt sich das in Schlesien als historische Grenzregion.
Für die Familienforschung spielt das staatliche Archivsystem unter der Leitung der Hauptdirektion der Staatlichen Archive eine besondere Rolle. Dazu gehören 29 regionale Archive sowie drei zentrale Archive: das Archiv Neuer Akten, das Archiv Alter Akten und das Nationale Digitale Archiv. Ergänzt wird dieses System durch Spezialarchive, zum Beispiel das Institut für Nationales Gedenken und das Zentrale Militärarchiv.
Daneben gibt es ein unabhängiges Netz katholischer Diözesanarchive sowie Archive anderer Religionsgemeinschaften. Für die Forschung in Schlesien sind vor allem die Staatsarchive in Katowice, Opole und Wrocław sowie die dortigen Diözesanarchive wichtig.
Im Vortrag werden die Zugangsregeln zu Archiven erklärt sowie die Digitalisierung und Online-Verfügbarkeit von Standesamt- und Kirchenbüchern besprochen. Außerdem werden Unterschiede zum deutschen Archivsystem gezeigt, besonders die geringere Bedeutung lokaler Archive in Polen.
Ein weiterer Punkt ist die Rolle genealogischer Vereine und Freiwilliger, zum Beispiel bei der Erstellung von Indizes. Es werden auch hilfreiche polnische Webseiten und aktive Vereine in Schlesien vorgestellt.
Kurzvorstellung
Piotr Nojszewski ist Stellvertretender Vorsitzender der Warschauer Genealogischen Gesellschaft, die Genealogen aus Warschau vereint, die in ganz Polen und im Ausland nach ihren Vorfahren suchen. Er ist Mitorganisator der seit acht Jahren in Warschau stattfindenden Konferenz „Mitteleuropäisches Treffen von Familienforschern“ sowie Kooperationspartner der AGoFF.
Seine Forschungen umfassen ganz Polen, mit Schwerpunkt auf dem Kongresspolen. Sein wichtiges Forschungsgebiet ist die Terra Liwensis, eine kleine historische Region östlich von Warschau.
Er interessiert sich außerdem für die Entwicklung von Personalausweisen und Reisepässen und beschäftigt sich gern mit ungewöhnlichen genealogischen Fragestellungen.
Mit großer Begeisterung leitet er Genealogie-Workshops und hat auf zahlreichen genealogischen Konferenzen in Polen Vorträge gehalten.
Dr. Andy Stauder
READ-COOP SCE / Transkribus
Vortrag
Spezial- vs. Allzweck-KI für die Erschließung historischer Dokumente
Abstract
Dieser Vortrag vergleicht Allzweck-KI (z. B. ChatGPT) mit spezialisierter KI bei der Informationsextraktion aus komplexen historischen Dokumenten. Während herkömmliche Sprachmodelle oft an historischen Schriften und verschachtelten Layouts scheitern, bietet die Transkribus-Software hier entscheidende Vorteile. Die neuesten Modelle der gemeinnützigen Genossenschaft READ-COOP SCE, welche die Plattform entwickelt, liefern eine deutlich höhere Präzision und bewältigen selbst schwierigste Lesereihenfolgen souverän. In den vorgestellten Fallstudien wird deutlich, wie diese spezialisierten Modelle die Zeichenfehlerrate drastisch senken. Dies ist besonders bei Archivmaterial und genealogischen Dokumenten von Bedeutung, bei denen Genauigkeit und Nachvollziehbarkeit besonders wichtig sind.
Ein wesentlicher Aspekt ist zudem die Effizienz: Die Modelle sind nicht nur leistungsstark, sondern auch vollständig konform mit dem EU-Datenschutz. Dadurch eignen sie sich ideal, um die Ergebnisse von Allzweck-KIs zu trainieren, zu stützen und zu verarbeiten. Anstatt sich für ein System entscheiden zu müssen, ermöglicht dieser Ansatz eine Symbiose, die das Beste aus beiden Welten vereint: Die Flexibilität großer Sprachmodelle kombiniert mit der unerreichten Genauigkeit spezialisierter Texterkennung für historisches Kulturgut.
Kurzvorstellung
Andy Stauder studierte Translationswissenschaft sowie Linguistik, Philosophie und Informatik. Seine Dissertation und Forschung konzentrierten sich auf die Messung von Übersetzungsqualität mittels maschineller und menschlicher Methoden. Er war als Übersetzer, IT-Manager und Projektmitarbeiter in akademischen sowie EU-geförderten Forschungsprojekten tätig. 2012 übernahm er die technische Leitung eines Innovations-Spinoffs der Universität Innsbruck, 2016 dessen Geschäftsführung. 2019 wurde er Mitbegründer und Geschäftsführer der READ-COOP SCE, dem Anbieter von Transkribus. Heute fungiert er als deren Director of Co-operative Relations, pflegt strategische Partnerschaften und arbeitet eng mit dem Transkribus-F&E-Team zusammen.
Prof. Dr. Jürgen Udolph
Niedersächsische Akademie der Wissenschaften, Göttingen
Vortrag
Schall und Rauch - was verraten Familiennamen wirklich?
Abstract
Familiennamen sind Zeugen der Geschichte. Es ist von besonderem Reiz herauszufinden, woher der eigene Familienname kommt. Gerade das macht die Namenforschung so spannend. Und warum gibt es so seltsame Familiennamen wie Deutschbein, Wolkenhauer, Giesbier, Zinkernagel, Rathsack, Kochrübe, Holzapfel, Raffke, Bleifuß, Butterbrodt, Himmelheber, Thürnagel, Frankenstein, Knochenmus, Kindervater?
Was steckt in den Namen? Sie geben eigentlich immer Hinweise auf die Herkunft der Vorfahren, ob diese früher im deutschen Sprachgebiet beheimatet waren oder zugewandert sind (ca. 15 Millionen Menschen sind am Ende des 2. Weltkrieges in das heutige Deutschland gekommen), sie enthalten deutliche Angaben zu den Wohnsitzen der Namenträger (gelegentlich bis in eine Straße oder in ein Haus hinein). Dabei sind moderne Methoden der Kartierung der Namen und auch das Internet mit großen Namensammlungen sehr hilfreich. Familiennamen geben ferner Auskunft über Beruf, Neigung, Marotten, Aussehen oder Charakter des Vorfahren; kurz: in den Namen spiegelt sich menschliches Verhalten in allen seinen Facetten wider.
Der Vortrag zeigt, wie man heute Familiennamen behandelt und deutet. Dabei taucht in jüngster Zeit die Frage auf: Kann die KI nicht auch die Familiennamen deuten? Braucht man darüber hinaus noch einen Namenforscher? Und wie kann man selbst etwas zu seinem Namen herausfinden? Verbreitungskarten und -bilder werden den Vortrag begleiten.
Kurzvorstellung
Prof. Dr. Jürgen Udolph ist Namensforscher und Sprachwissenschaftler. Geboren1943 in Berlin. Studium der Slavistik und Finnougristik in Göttingen und Heidelberg. 1978 Promotion in Göttingen. 1989/90 Habilitation mit der Arbeit „Die Stellung der Gewässernamen Polens innerhalb der alteuropäischen Hydronymie“. 2000 bis 2008 Professor für Onomastik (Namenforschung) an der Universität Leipzig.
Seit 1998 zahlreiche Radiosendungen zu Familiennamen, auch TV-Sendungen. Leiter des Göttinger Forschungsprojektes „Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe - Onomastik im europäischen Raum“ (Dauer 25 Jahre). 2006 Gründung der Firma „Prof. Udolph - Zentrum für Namenforschung“. Buchautor populärer und wissenschaftlicher Publikationen. Verheiratet seit 1971, vier Kinder. Wohnt in der Nähe von Göttingen.
Manfred Wegele
(Landesvorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde e.V. (BLF))
Vortrag
Wie steigere ich die Attraktivität meines genealogischen Vereins?
Ziele, Strategien und Wege am Beispiel des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde e. V. (BLV)
Abstract
Der 1922 gegründete Bayerische Landesverein für Familienkunde e.V. zählt seit ein paar Jahren mit seinen über 1700 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten genealogischen Vereinen Süddeutschlands.
Wie ist so eine Entwicklung zu erklären? „Was bringt mir ein Verein?“, ist ja die Kernfrage eines jeden potentiellen Mitglieds. Darauf müssen Antworten gegeben werden!
Welche besonderen Strukturen herrschen vor? Welche Projekte haben sich zu Zugpferden entwickelt? Welche Rolle spielen digitale Angebote und Crowdsourcing-Projekte? Funktioniert dies alles ehrenamtlich? Wie ist die Kostenstruktur insgesamt? Hat die eigene Vereinsbibliothek noch einen gewissen Stellenwert? Finden die klassische Jahresschrift und das Informationsblatt noch das erhoffte Interesse?
Wo gibt es Potential für sinnvolle Kooperationen mit anderen Vereinen und Archiven? Regionale und überregionale Treffen zum Austausch und Ausloten gemeinsamer Projekte.
Die Rolle der über 30 Forscherstammtische auf dem Vereinsgebiet: Ist das nur Volkstümelei und bayerische Folklore oder doch mehr? Ist Mitgliederbetreuung und Kameradschaftspflege heute noch zeitgemäß? Spielt die emotionale Ebene auch eine Rolle? Gibt es neben allgemeiner Beratung auch individuelle Hilfe? Gibt es so etwas wie ein Kompetenz-Team?
Auf diese und weitere Fragen will der Vortrag Antworten und Anregungen geben.
Kurzvorstellung
Manfred Wegele, geboren 1950, ist pensionierter Volksschullehrer. Seit 1996 leitet er den "Stammbaumtisch Nordschwaben" und seit 2000 die Bezirksgruppe Schwaben des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde e. V. (BLF). Im Jahr 2008 übernahm er den Landesvorsitz des BLF. Von 2012 bis 2023 war er stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände (DAGV).
Manfred Wegele hat zahlreiche Ortsfamilienbücher, Orts- und Häuserchroniken verfasst und mitverfasst. Weiterhin gibt er zwei Familienzeitschriften heraus. Er initiierte verschiedene regionale und überregionale Forschertreffen. Er hält Vorträge zu verschiedenen Themen der Familien- und Heimatforschung und leitet Volkshochschulkurse in "Ahnenforschung" und "Lesen alter Schriften". Für seine Verdienste erhielt er 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Dr. Jochen Wilke
Europäischer Patentanwalt i.R. und Heraldiker
Vortrag
"Recht und Unrecht – Wappenrecht und Wappenschwindel"
Abstract
Wenn auch Wappen oft mit dem Adel assoziiert werden, hatte seit jeher jedermann im deutschsprachigen Raume das Recht, ein Wappen zu führen, auch Bürgerliche. Tatsächlich führt aber nicht jede Familie eines. Seit etwa der Biedermeierzeit betrügen sogenannte Wappenschwindler mit gefälschten heraldischen Dokumenten arglose Kunden. Diese erscheinen dem Laien oft wie hoheitlich erteilte Wappenbriefe, sind aber bei näherer Betrachtung meist leicht zu entlarven. Heute findet solcher Schwindel immer noch – und vorwiegend über Internetseiten – statt.
Sehr oft betrifft dieser Schwindel Wappen, die von Familien mit gleichem oder ähnlichem Namen wie dem der Betrogenen geführt wurden. Namensgleichheit berechtigt aber nicht automatisch, das betreffende Wappen auch führen zu dürfen.
Bei Neuannahmen von Wappen gilt der sogenannte „Ausschließlichkeitsgrundsatz“, was bedeutet, dass ein neues Wappen sich hinreichend von älteren Wappen anderer Familien unterscheiden muss.
Kurzvorstellung
Jochen Wilke, *19.03.1960 in Remscheid, Abitur dort (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, 1978). Studium der Chemie (Universität Wuppertal, Diplom 1984, Promotion 1987). Ab September 1987 Patentreferent (Beiersdorf AG, Hamburg). Europäischer Patentanwalt (Abschluss 2001). Studium „Recht für Patentanwälte“ (Fernuniversität Hagen, Abschluss 2003). Heraldikbegeistert seit 1975. Seit September 2024 Ruheständler, zwei erwachsene Kinder. Lebt mit seiner Ehefrau in Hamburg und Västergötland (Schweden). Mitgliedschaften: „Kleeblatt“, „Wappen-Löwe“, „HEROLD“, „Svenska Heraldiska Föreningen“, „Societas Heraldica Scandinavica“, „Norsk Heraldisk Forening“. Interessen: fast alles, außer Sport.