Christian Kirchner
Dipl.-Archivar (FH), Vorsitzender, Mitglied im DAGV-Vorstand, Mitglied: AGT, GFF, AGoFF, g-gruppen, Genealogiska Föreningen
Vortrag
Gemeinsam zu neuen Forschungserkenntnissen - Wie internationale Kontakte zu unverhofften Ergebnissen führen können
Abstract
Wo kommen meine Vorfahren her? Wer waren sie und wie lebten sie? Diese Fragen treiben die meisten Familienforscher an. Was aber, wenn die Vorfahren aus einem anderen Land kamen oder in ein solches gingen? Dann wird die Sache schon etwas komplizierter. Digitalisierte Forschung und elektronische Schriftwechsel haben in den letzten Jahrzehnten die Recherchen ungemein erleichtert. Die grundlegenden Probleme bleiben an vielen Orten jedoch bestehen. Nicht jede Herkunft oder jeder Verbleib kann mittels Passagierlisten oder Einbürgerungen geklärt werden. Oft steht nur das Land oder die Region als Ursprung in den jeweiligen Dokumenten und der Name wurde verzerrt, wenn der Verwaltungsbeamte der Einwanderungsländer nicht der Sprache mächtig war. Auch hierzulande vermerkten die Schreiber bei der Emigration meistens nur „Amerika“ oder „ausgewandert“.
Während man mit der Auswanderung immer etwas spannendes verbindet, schwingt in dem Wort "international" stets etwas Politisches und gar Langweiliges mit, weshalb es in Verbindung mit genealogischen Vereinen noch häufig belächelt wird.
Organisierte Kontakte können jedoch befruchtend in vielerlei Hinsicht sein. Sie bringen nicht nur Ansprechpartner mit Spezialkenntnissen vor Ort, sondern bieten Möglichkeiten gemeinsame Wurzeln zu ergründen und Interesse an der Arbeit der Anderen zu wecken.
Der Vortrag kann nur eine Momentaufnahme der internationalen Kontakte mit Rückblicken und Anregungen sein, was am Beispiel der Aufbauarbeit deutsch-schwedischen Forscherverbindungen gezeigt wird.
Kurzvorstellung
Christian Kirchner entdeckte bereits mit elf Jahren seine Liebe zur Genealogie. Seither forscht er vor allem in Thüringen, Franken und Schlesien nach seinen Vorfahren. Im Jahre 2001 begann er seine Ausbildung zum Diplom-Archivar (FH). Seinen Beruf übte er in Wiesbaden und 16 Jahre als Stadtarchivar in Limbach-Oberfrohna aus, bevor er 2021 in das Staatsarchiv Meiningen wechselte. Kirchner ist Mitglied in zahlreichen deutschen und schwedischen Vereinen. Er publiziert regelmäßig Beiträge und verfasste mehr als 30 Bücher zu genealogischen und heimatkundlichen Themen. Seit 2013 ist er Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen“ und seit 2015 Vorstandsmitglied der DAGV. Für seine organisatorischen Verdienste wurde ihm 2021 die Johann-Christoph-Gatterer-Medaille in Bronze verliehen.