Hans Otto Arnold
Glas- & Porzellanmalermeister, Heraldiker & Designer, Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Göttingen e.V. (GHGG)
Vortrag
Wege zu einem gut gestalteten Familienwappen - Neustiftung einer regelgerechten, (möglichst) einmaligen, lebendigen Familientradition
Abstract
Bis zum Jahr 2000 hatte es eine Vielzahl von Neustiftungen bürgerlicher Familienwappen gegeben, schlicht deshalb, weil die Gründergeneration, die nach dem Zweiten Weltkrieg Ihre eigene Existenz und die ihrer Familie aufgebaut hatte, das Bedürfnis verspürte, ihren Nachfahren außer materiellem Wohlstand eine sichtbare, greifbare Tradition in Form eines Familienwappens zu hinterlassen.
Nach der Jahrtausendwende Ist die Zahl der Neuannahmen kaum zurückgegangen, sondern hat gerade in den letzten Jahren gewaltig zugenommen - und das ist den Möglichkeiten der digitalen Grafikgestaltung zu danken. Die nun unendliche KI-Palette für jeden Laien führt aber leider zu keiner Qualitätsverbesserung.
Im ersten Teil des Vortrages werden die häufigsten Merkmale von in gutem Glauben überlieferten Wappenfälschungen aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aufgezeigt und wie heute digitale Recherchen nach vorhandenen Wappen auf denselben oder ähnliche Familiennamen durchgeführt werden können.
Der zweite Teil beschreibt den Weg einer Neustiftung, Genehmigung und Registrierung über das Hannoversche Kleeblatt e.V. und den Berliner Herold e.V.
Im dritten Teil werden bewährte gestalterische Regeln und Möglichkeiten in Erinnerung gerufen, die von Otto Hupp über Albrecht Dürer bis zurück zur ottonischen Buchmalerei reichen.
Kurzvorstellung
Hans Otto Arnold, 73 Jahre alt, verheiratet, Vater eines Sohnes, machte sein Abitur am heutigen Ernst-Abbe-Gymnasium in Oberkochen. Ab 1972 diente er sechs Jahre als Pionier in Bayern und studierte im ersten Jahrgang der Universität der Bundeswehr München einige Trimester Bauingenieurwesen. Als Oberleutnant schloss er parallel eine kaufmännische Ausbildung ab. 1978 begann er ein Landwirtschaftsstudium in Göttingen, legte 1981 das Vordiplom ab, gründete einen Kleinverlag und wurde Partner eines neuen Couleurhandels. 1986 bestand er als Autodidakt die Gesellenprüfung als Glas- und Porzellanmaler an der Glasfachschule Zwiesel, 1990 folgte die Meisterprüfung in Hadamar. Heute hat sich Arnold auf Wappen, Kalligraphie und Kunst im öffentlichen Raum spezialisiert. Seit 2001 engagiert er sich in der Kommunalpolitik auf Orts-, Stadt- und Kreisebene. Seit 2022 ist er geprüfter und begeisterter Stadtführer in Göttingen.
Zu seinen Werken zählen das Nobel-Rondell auf dem Stadtfriedhof Göttingen (2006), die Idee für einen Science Dome im Forum Wissen Göttingen (2016), Wappentafeln und aktualisierte Stammtafeln für die Althessische Ritterschaft (2017) sowie die Planung und Umsetzung eines Bronzestadtmodells südlich des Alten Rathauses in Göttingen (2026). Sein Motto: „NULLUS DIES SINE IDEA“.