Jürgen Giebenrath

 

Jürgen Giebenrath
Vorsitzender der Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Göttingen e.V. (GHGG)

Vortrag
Professor Johann Christoph Gatterer (1727-1799): „Die genealogische Wahrheit ist das höchste Ziel!“

Abstract

Professor Gatterer gilt allgemein als Begründer der wissenschaftlichen Genealogie in Deutschland. Er stammte aus bescheidenen Verhältnissen, der analphabetische Vater ermöglichte ihm den Besuch einer Lateinschule. Bereits mit 13 gab er Nachhilfeunterricht in alten Sprachen. Nach umfangreichem Studium damaliger Fächer und kurzer Lehrertätigkeit folgte er einem Ruf als Professor für Geschichte nach Göttingen, was sein Mentor Professor Johann David Köhler zuvor 20 Jahre lang bekleidet hatte. Dessen genealogische und heraldische Schriften hatte Gatterer wohl schon als Jugendlicher studiert. In Göttingen etablierte er die Historischen Hilfswissenschaften und setzte für einige Bereiche Standards. Für ihn waren diese „Nebenfächer“ die Grundlage für die historische Wissenschaft, ohne die eine ernsthafte Geschichtsforschung nicht möglich ist.

Kurzvorstellung

Jürgen Giebenrath begann die Erforschung seiner Vorfahren mit 17 Jahren. Das erste Dokument war ein Zeitungsartikel aus Calw mit durchgehend 11 Generationen Küfern in der Vater-Linie. Bis heute fanden 1.056 bekannte Vorfahren den Weg auf seine Ahnentafel, davon 87 Personen mehrfach. Er kommt bis in die 22. Ahnenreihe. Die zentrale Frage seiner Forschung heißt immer: „Wer bin ich eigentlich?“ Millionen von Menschen hinterließen ihre Gene und Eigenschaften. Die Genealogie bietet Chancen herauszufinden, warum man ist, wie man ist. Seit dem spontanen Besuch eines Schriftenkurses ist Giebenrath im Verein. Kurz nach dem Beitritt in 2013 wurde er Schatzmeister und ist seit 2015 Vorsitzender der GHGG. Sein Motto (nach Gottfried Keller):
„Lasset uns am Alten, so es gut ist, halten.
Aber auf dem alten Grund Neues schaffen jede Stund.“