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Hybrid! Edgar Hubrich: Exulantenforschung in Franken

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Beschäftigt man sich mit der Erforschung fränkischer Familien, insbesondere mit evangelischen, stößt man früher oder später auf aus konfessionell bedingten Gründen vertriebene Menschen. Vom ausgehenden 16. Jahrhundert bis in die 1730er Jahre hinein, erlebte Mitteleuropa Wellen von Vertreibungen von denen besonders die in den österreichischen Erblanden, Böhmen, Schlesien, in den Pfalzen und im Hochstift Salzburg die Bevölkerungsgeschichte Frankens nachhaltig beeinflussten. Die Zahl der betroffenen Menschen geht in die Hunderttausende. Die meisten von ihnen fanden eine neue Heimat in Sachsen und in Süddeutschland, vor allem im fränkischen und schwäbischen Raum. Sie halfen mit, dort die demografischen Lücken aufzufüllen, die der Dreißigjährige Krieg in den Städten und auf dem flachen Land geschlagen hatte.

Schon seit dem 17. Jahrhundert beschäftigt man sich mit der Erforschung der Exulantengeschichte. Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist dies systematisch – vor allem von der Gesellschaft für Familienforschung in Franken – betrieben worden. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Entwicklung und den Stand der Forschungen. Gleichzeitig soll ein Ausblick auf laufende und zukünftige Forschungsprojekte gegeben werden.

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