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Hybrid! Gerhard Beck: „Glaubensflüchtlinge aus der Pfalz-Neuburg und den österreichischen Erblanden in Nordschwaben im 17. Jahrhundert“

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Das 16. und 17. Jahrhundert war geprägt von der Reformation und der gegenreformatorischen Bewegung der römisch-katholischen Kirche. Die dadurch ausgelösten Auseinandersetzungen führten in manchen Gegenden zu starken Bevölkerungsabwanderungen, wobei es sich meistens um protestantische Exulanten handelte, die eine Auswanderung der Änderung ihres Glaubens vorgezogen haben. Erste Auswanderungswellen waren durch die Gegenreformation in Donauwörth ab 1608 und in der Pfalz-Neuburg ab 1616 ausgelöst worden Zahlreiche Familien sind in dieser Zeit aus den wieder katholischen Orten abgewandert. Damals konnten die sich die Leute jedoch durch einen Wechsel in die nahegelegenen Territorien der Grafen von Oettingen, der Reichsstadt Nördlingen oder der Markgrafen von Ansbach der Gegenreformation entziehen. Bei der ab 1626 massiv einsetzenden Gegenreformation in Oberösterreich blieb den Menschen jedoch nur eine Flucht in die weit entfernten Gegenden in Franken und Schwaben, wenn sie öffentlich ihren Glauben weiter leben wollten. Ab etwa 1640 kommt es zu einer massiven Einwanderung in das Ries und die evangelischen Nachbargebiete aus dem „Ländlein ob der Enns“ aber auch aus dem niederösterreichischen Waldviertel und anderen Gegenden in die durch den 30-jährigen Krieg stark verwüsteten Orte. Vielfach bescheinigen die Schriftzeugnisse, dass die Menschen „um des Glaubens willen“ ihre Heimat verlassen haben. Jedoch gibt es auch etliche Einwanderer aus Österreich, die nachweislich katholisch waren. Oftmals können durch akribische Forschung in den Archiven hierzulande und in Österreich die Familienzusammenhänge und Schicksale genau geklärt werden.

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