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Prof. Dr. Wolfgang Wüst: Die Zählung der Welt. „Seelen-Tabellen“ im Fürstentum Schwarzenberg. Ein Beitrag zur Bevölkerungs-, Glaubens- und Gebäude-Statistik am Ende des Alten Reiches

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Die Aussagen der älteren Forschung, mit Napoleon zog die Moderne ins Land und mit den „Kataster-Bureaus“ erhielten die deutschen Bundesstaaten im frühen 19. Jahrhundert erstmals zuverlässige, thematisch breit gefächerte Statistiken, Bevölkerungs- und Landesaufnahmen, bedürfen mit Blick auf ältere „Seelen-Tabellen“ einer Korrektur. Proto- und frühstatistische Beschreibungen hatten bereits vor dem Ende des Ancien Régime Konjunktur. Sie bildeten zweifelsohne, wie das Beispiel Schwarzenberg zeigte, die Grundlage für die jüngeren Datenbanken des Jahrhunderts der Statistiker – gemeint war damit meist das nationale Zeitalter. Die 1872 vollzogene Errichtung des „Statistischen Amtes des Deutschen Reiches“[1] brachte, das ist unstrittig, die Möglichkeit, amtliche Statistiken erstmals gesamtdeutsch zu führen, doch der amtlich geführte Quantensprung zu demographischer Präzision liegt im 18. Jahrhundert. Statistischer Aufbruch mit genauem Blick auf Familien und Güter der Steuerzahler fand vor der Säkularisation und der Mediatisierung fast überall statt. Am Beispiel der Grafschaft Schwarzenberg werden wir die „Seelen-Tabellen“ zum Sprechen bringen.

 

[1]     Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hg.): Bevölkerung und Wirtschaft 1872–1972. Stuttgart, Mainz 1972, S. 15 f.

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